Geschichte der Organtransplantation


Geschichte der Organtransplantation

Vor 1900 ersetzte man zerstörte menschliche Haut durch Gewebe von Tieren. Auch transplantierte man Zähne und Sehnen. Ein Fachmann schrieb 1863, dass transplantierte Körperteile meistens abgestoßen werden.

Erfolg versprechend wurde die Entwicklung jedoch erst im 20. Jahrhundert. Narkoseverfahren und Methoden der Antisepsis (Abtötung krank machender Keime) wurden verbessert.

1902 Gelang dem Chirurgen Emmerich Ullmann in Wien die erste Nierentransplantation bei einem Hund.

1908 versuchte man die Transplantation von Eigenorganen bei einem Hund und hatte Erfolg. Das Tier überlebte mehrere Jahre. Weitere Versuche, Organe zwischen genetisch unterschiedlichen Tieren zu verpflanzen, blieben erfolglos, weil stets Abstoßungsreaktionen einsetzten.

1954 gelang dem Chirurgen Joseph Murray in Boston die erste Nierentransplantation zwischen eineiigen Zwillingsbrüdern. Spender und Empfänger wiesen identisches Gewebe auf. Der Empfänger hatte nach der Transplantation keinerlei Gesundheitsprobleme.

1960 und in folgenden Jahren erfand man Medikamente zur Unterdrückung der Abstoßung. So gelang es, mit dem Präparat Azathioprin die Abstoßung eines Nierentransplantats zu hemmen.

1962 bis 1983 waren Azathioprin und Kortison das Rückgrat der immunsuppressiven Behandlung.

1967 transplantierte Christian Bernard in Kapstadt ein Herz. Der Patient lebte danach 18 Tage. Er starb an einer Infektion. Im selben Jahr transplantierte Thomas Starzl die erste Leber.

1983 kam das Präparat Ciclosporin auf den Markt. Das war ein großer Fortschritt im Kampf gegen die Abstoßungen.

1985 wurde in den USA eine Lunge erfolgreich transplantiert.

1988 führte Rudolf Pichlmayr in Hannover die erste Teilleber-Transplantation Deutschlands durch. Eine gespendete Leber wurde geteilt und zwei Empfängern als Spendeorgan transplantiert.

1994 kam Tacrolimus zum Einsatz. Ein weiteres Mittel gegen Abstoßungsreaktionen.

1995 wurde Mycophenolatmofetil als Immunsuppressiva zugelassen.

Heute werden Transplantationsverfahren angewandt und es sind Immunsuppressionspräparate im Einsatz, die Spenderorgane beim Empfänger über viele Jahre gut funktionieren lassen.

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