Die Transplantation

Die Transplantation

Nach eingetretenem Hirntod hört die selbständige Atmung auf. Deshalb folgt unausweichlich ein Herzstillstand und der organische Zerfall beginnt. Apparate können jedoch Herz und Kreislauf des Körpers wieder in Gang setzen. Dadurch ist man überhaupt in der Lage, Organe des toten Körpers für die Transplantation zu entnehmen. Organentnahmen aus dem Leichnam sind nur dann zulässig, wenn zwei nicht an der Organentnahme mitwirkende Ärzte unabhängig voneinander den Hirntod des Organspenders feststellen. Ein so genanntes Hirntodprotokoll ist anzufertigen. Dabei sind die Beobachtungen der Ärzte festzuhalten. Ergebnisse der Messungen mittels EEG, der Nulllinien-Verlauf aller elektrischen Gehirntätigkeit, eventuell auch die Prüfung der Gehirndurchblutung sind zu dokumentieren. Laut Transplantationsgesetz müssen zwei Ärzte unabhängig voneinander untersuchen und protokollieren.

Haben Mediziner den Hirntod eines Patienten festgestellt und kommt aus medizinischer Sicht eine Organspende in Betracht, spricht der Transplantations-Koordinator mit den Angehörigen. Während dieser Zeit wird die künstliche Beatmung aufrechterhalten. Wenn kein Organspenderausweis des Verstorbenen vorliegt, entscheiden die Angehörigen nach seinem mutmaßlichen Willen. Die Deutsche Stiftung Organtransplantation (DSO) ist für Organspenden in Deutschland nach dem Transplantationsgesetz zuständig. Dabei arbeitet sie mit den Krankenhäusern und den deutschen Transplantationszentren sowie der Vermittlungsstelle Eurotransplant im niederländischen Leiden zusammen. Eurotransplant ermöglicht den internationalen Austausch von Spenderorganen für Belgien, Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden, Österreich und Slowenien.

Nach Zustimmung zur Organspende werden erforderliche Laboruntersuchungen durchgeführt. Die Blutgruppe und Gewebemerkmale des Spenderkörpers sind zu bestimmen. Nach Erkrankungen oder Infektionen, die den Empfänger gefährden könnten, muss gesucht werden.

Die Organentnahme wird wie jede Operation mit Sorgfalt vorgenommen. Ärzteteams entnehmen die verschiedenen Organe. Es werden Medikamente zur Entspannung der Muskulatur dem toten Körper verabreicht. Es könnten sonst als Reaktion auf äußere Reize Bewegungen der Arme und Beine spontan auftreten. Diese Bewegungen, die so genannten Lazarus-Zeichen, entstehen außerhalb des Gehirns durch Reizung des Rückenmarks, der Nerven oder der Muskulatur. Nach der Organentnahme wird der Leichnam in würdigem Zustand zur Bestattung übergeben. Die Angehörigen können in jeder gewünschten Weise Abschied nehmen.

Jedes entnommene Organ bringt man auf schnellstem Wege zum inzwischen bestimmten Transplantationszentrum, um es dem oder der bereits vorbereiteten Organempfänger/in zu implantieren. Eine gründliche Nachsorge und in der Folge lebenslange Betreuung sind Teil des Transplantationsgeschehens.

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